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28.06.2017

Designer und Glaskünstler Valto „Vate“ Kokko, Schöpfer des Leuchtendesigns I-Valo, ist am 25. Mai 2017 verstorben

Valto Kokko ist am Tag vor seinem 84. Geburtstag in Helsinki, Finnland verstorben. Kokko spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der Leuchtenfabrik I-Valo.

Zwischen 1963 und 1993 war er als Designer bei I-Valo und dem Glaswerk Iittala tätig. Neben zahlreichen Leuchten schuf Kokko auch die Marke und das Logo von I-Valo. Bei Iittala war Kokko nicht nur als Designer, sondern auch als Leiter der Abteilung für visuelle Aufgaben tätig.

In den frühen 60er Jahren hatte das Glaswerk Iittala in Finnland fast eine Monopolstellung bei der Herstellung von Leuchtenglas inne. Das Glaswerk war der Zulieferer mehrerer Leuchtenhersteller. So entstand die Idee, Leuchten in Eigenregie im Glaswerk zu fertigen. Der Künstler Valto Kokko, der seine Ausbildung in der Metallabteilung des Ateneum in Helsinki erhalten hatte, wurde 1963 von Iittala als Designer engagiert. Kokko hatte bereits zuvor in den Jahren 1961 bis 1963 für seinen vorherigen Arbeitgeber, das Kunststoffwerk Oy Plastex Ab in Lohja, Leuchten entworfen. Wegen seiner Erfahrung auf dem Gebiet und seiner herausragenden Leistungen während des Studiums wurde Kokko von seinem früheren Lehrer Kaj Franck dem Manager des Glaswerks Iittala, Håkan Söderström, empfohlen. Kokkos erste Aufgabe bei Iittala bestand darin, die zu umfassend gewordene Leuchtenpalette zu rationalisieren. Sein Hauptaufgabengebiet war jedoch die Konzeption von Glasleuchten. Die erste Reihe von Kokko entworfener Leuchten entstand im ersten Jahr seiner Tätigkeit bei Iittala. Innerhalb weniger Jahre hatte er das gesamte Leuchtenangebot von Iittala erneuert. Im Laufe seiner 30-jährigen Karriere entwarf Kokko mehr als 350 Leuchten und Lampenschirme für Iittala.

In den 1960er Jahren fanden alle Tätigkeiten der Leuchtenherstellung und -verpackung in einer beengten Halle für die Weiterbearbeitung im Glaswerk statt. 1971 war ein wichtiges Jahr in der Geschichte von I-Valo, denn in diesem Jahr wurde ein großes Produktions- und Lagergebäude für die Herstellung von Leuchten in Betrieb genommen. Aus der Leuchtenabteilung wurde ein eigenständiges Unternehmen: I-Valo. Von Beginn an wurde das Konzept verfolgt, alle Leuchten innerbetrieblich zu entwerfen, zusammenzubauen und zu prüfen. Der überwiegende Teil der Leuchtenkomponenten wurde intern hergestellt, die dazu benötigten Maschinen und Anlagen angeschafft. I-Valo war in Finnland zudem der zweite Betrieb, der die Epoxidpulverbeschichtung einführte.

Leuchten waren zu einer wichtigen Produktgruppe für das Glaswerk Iittala geworden, das nicht mehr allein auf die Glasproduktion zu setzen brauchte. Weitere neue Modelle kamen hinzu, von denen viele ausschließlich aus Metall oder beispielsweise aus einer Kombination von Metall und Kunststoff hergestellt wurden. Die würfelförmige Leuchte aus Aluminium ist ein Beispiel für Kokkos Werk. I-Valo begann 1975 mit der Herstellung von Industrieleuchten und in den späten 70er Jahren setzte das Unternehmen seinen Schwerpunkt auf die Vermarktung dieser Leuchtenart. Heute werden über 90 % der Leuchten von I-Valo an Industriebetriebe verkauft.

1993 zog sich Valto Kokko aus dem Berufsleben zurück. Das letzte von ihm für I-Valo entworfene Produkt war die Pollerleuchte Iittala.

Wir erinnern uns an Vate mit Respekt und Dankbarkeit.

I-Valo Oy

Quelle: Die Geschichte von I-Valo: Paavo Paajanen, Jouko Lindh, Laila Saarhelo

Fotografien: Aus dem I-Valo-Leuchtenkatalog von 1976

 

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